Slawen an der unteren Mittelelbe

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Ausgrabungen am Meetschower Burgwall 2005

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Die letzten Grabungen an der slawisch-deutschen Burganlage von Meetschow liegen über 30 Jahre zurück. Damals konnten wesentliche Punkte der Baugeschichte geklärt werden, eine genaue Datierung aller Phasen mußte allerdings offenbleiben. Das wichtigste Ziel der aktuellen Grabungen bildet daher die Bergung stratifizierter Bauhölzer, um eine möglichst jahrgenaue Datierung des Baubeginns und der folgenden Phasen zu gewährleisten. Wir trafen auf gut erhaltene Hölzer, die verläßliche Daten erwarten lassen.

 

 

In nur ca. 1 km Entfernung von der Siedlung Vietze, Fpl. 63, auf der im September die Lehrgrabung der Universität Göttingen stattfand, liegt der Burgwall von Meetschow. Es handelt sich um eine Anlage des 10. Jahrhunderts, die also wohl gleichzeitig mit der Siedlung bestanden haben muß. Heute liegt das gesamte Gelände um die Burg saisonal unter Wasser. Der prinzipielle Aufbau der Wallkonstruktion und die wesentlichen Ausbauphasen waren bei Ausgrabungen von H. Steuer 1973 bereits bekannt geworden, die genaue Datierung steht allerdings noch aus. Unsere Untersuchungen verfolgen nun vor allem das Ziel, verläßliche Dendrodaten für die Datierung des Baubeginns und der einzelnen Phasen zu gewinnen. Die Erwartung einer guten Holzerhaltung bestätigten sich: aus allen Bau- und Ausbauphasen der slawischen Burg konnten Konstruktionshölzer geborgen werden.

 

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Darüber hinaus konnten wertvolle Details der Wallkonstruktion beobachtet werden, die die Ergebnisse von 1973 ergänzen. So konnte beispielweise festgestellt werden, daß der Kern des Holz-Erde-Walls der ersten Phase als Rostkontruktion angelegt worden war, während die dazugehörige äußere Wallfront in Kastenbauweise ausgeführt war.

 

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Die Berme war nach außen durch einen flachen Flechtwerkzaun gegen ein Verrutschen gesichert, gleichzeitig bildete dieser möglicherweise auch ein Annäherungshindernis. Die Untersuchungen in Meetschow stehen kurz vor ihrem Abschluß.

 


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Dr. Jens Schneeweiß



Fotos: J. Schneeweiß
Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 07. August 2009 um 10:43 Uhr